Das Reitprojekt September 2008








Bewusst entschieden wir uns für einen Reithof mit Islandpferden, da die 1,25m – 1,45 m großen Pferde sehr robust und ausdauernd sind. Sie zeichnen sich vor allem durch ihren gutmütigen Charakter aus, der das Lernen und den Umgang erleichtert.

 

Zum Reitprojekt fuhren, begleitet von zwei BetreuerInnen, sechs Mädchen im Alter zwischen 8 und 14 Jahren zum Islandpferdehof Walleshauser in der Nähe von München,  angeleitet von einer Reitlehrerin vor Ort.

Wir übernachteten in einem Matratzenlager über der Reithalle. Alle Mädchen hatten große Erwartungen an sich selbst und ihre Fähigkeiten, ob Anfänger oder Fortgeschrittene. Während des gesamten Zeitraumes hatte jedes Mädchen ihr eigenes Pflegepferd, ausgewählt nach ihrem reiterlichen Können. Sie waren für die Pflege und das Wohl des Pferdes verantwortlich. Dadurch konnten die Kinder und Jugendlichen Vertrauen in das Pferd fassen und ihr Verhalten besser erproben. Neben dem Gruppenunterricht in der Reithalle standen zwei Ausritte auf dem Plan sowie ein Vertrauensparcour. In diesem konnten die Mädchen mit ihren Pflegepferden über eine Plane und Stangen, sowie im Slalom um Hütchen reiten. Es hat sich gezeigt, dass eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Reiterin und Pferd entstanden war. Intensiviert wurde die Beziehung durch eine Freiheitsdressur im Roundpen. Die Mädchen hatten hier die Möglichkeit ihrem Pferd in deren Sprache deutlich zu machen, dass sie die Leitstute sind und die Pferde ihnen zu folgen haben. Letztendlich folgten Lilia, Hans, Andi, Rocki, Regin und Alrun ihren Reiterinnen auf Schritt und Tritt durch den Platz. Unsere Jugendlichen waren hoch motiviert und haben sich sogar freiwillig zur Stallarbeit in aller Frühe gemeldet, nach dem Reiten immer fleißig die Halle abgemistet und in den Pausen auf dem Holzpferd den richtigen Sitz geübt.

 

Die Abende wurden mit Grillen am Lagerfeuer im Tipi und Gruselgeschichten, Reiterspielen mit Hindernissparcour (natürlich ohne Pferd), Dressur Aufgaben und Wissens-Test und einem gemeinsamen Spiele Abend verbracht.






Die vier Tage am Reithof waren eine sehr intensive und gewinnbringende Zeit. Die Mädchen haben nicht nur ihre reiterlichen Fähigkeiten weiterentwickelt,  sondern auch in vielen anderen Bereichen ihre eigenen Grenzen überwunden. Durch das gemeinsame Interesse des Reitens hat sich aus den unterschiedlichsten Charakteren eine starke Gemeinschaft entwickelt, in der Kompromisse zugelassen werden konnten. Die Mädchen sind über sich hinaus gewachsen und meisterten selbst kritische Situationen, haben Ängste überwunden und ihre Frustrationstoleranz erhöht. Es ist erstaunlich wie viel Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen die Reiterinnen in so kurzer Zeit gewonnen haben.

 

Um gelerntes zu vertiefen und die Beziehungsstrukturen zu Kindern, Jugendlichen und Pferd aufrecht zu erhalten führten wir das Reitprojekt in derselben Besetzung von Teilnehmerinnen im November 2008 fort.